Pflegerecht

Pflegegrade 1 bis 5 verstehen: Einstufung, Punkte und Bedeutung

6 Min. Lesezeit

Seit 2017 gibt es statt der früheren drei Pflegestufen fünf Pflegegrade. Sie beschreiben, wie stark ein Mensch in seiner Selbstständigkeit beeinträchtigt ist — und bestimmen, welche Leistungen die Pflegeversicherung übernimmt.

Wie die Einstufung zustande kommt

Grundlage ist das Neue Begutachtungsassessment (NBA). Ein Gutachter des Medizinischen Dienstes (MD) — bei privat Versicherten Medicproof — besucht die pflegebedürftige Person und bewertet die Selbstständigkeit in sechs Modulen:

  1. Mobilität — z. B. Fortbewegung, Positionswechsel,
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten,
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen,
  4. Selbstversorgung — z. B. Waschen, Ankleiden, Essen,
  5. Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen,
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte.

Die Module werden unterschiedlich gewichtet und zu einer Gesamtpunktzahl zusammengeführt. Nicht die Diagnose entscheidet also, sondern der tatsächliche Grad der Selbstständigkeit.

Die Punktbereiche der Pflegegrade

Nach §15 SGB XI ergeben sich die Pflegegrade aus der gewichteten Gesamtpunktzahl (12,5 bis 100 Punkte):

  • Pflegegrad 1: ab 12,5 bis unter 27 Punkte — geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit,
  • Pflegegrad 2: 27 bis unter 47,5 — erhebliche Beeinträchtigung,
  • Pflegegrad 3: 47,5 bis unter 70 — schwere Beeinträchtigung,
  • Pflegegrad 4: 70 bis unter 90 — schwerste Beeinträchtigung,
  • Pflegegrad 5: 90 bis 100 — schwerste Beeinträchtigung mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung.

Warum der Pflegegrad im Alltag ständig gebraucht wird

Der Pflegegrad ist nicht nur eine Zahl in der Akte. Er beeinflusst unter anderem, in welchem Takt Beratungseinsätze nach §37 Abs. 3 SGB XI fällig werden, welche Leistungen abgerechnet werden können und wie die Versorgung geplant wird. Er gehört damit zu den zentralen Stammdaten eines Klienten.

Wie CM Ambulant hier hilft

In CM Ambulant ist der Pflegegrad fester Teil der Klientenakte und wirkt an den richtigen Stellen mit — etwa bei den Fristen der Beratungseinsätze. Der KI-Assistent kann Fragen wie „Wie verteilen sich meine Klienten auf die Pflegegrade?” direkt aus den eigenen Daten beantworten.

Hinweis: Dieser Beitrag erklärt die Grundlagen allgemeinverständlich und ersetzt keine Rechts- oder Pflegeberatung. Maßgeblich ist der jeweils gültige Gesetzestext.

Quellen

Sehen Sie CM Ambulant an Ihrem eigenen Ablauf.

In einer persönlichen Demo zeigen wir, wie Planung, Dokumentation und Abrechnung in einem Fluss zusammenkommen.

Demo vereinbaren